Portugal


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Rancho Folclorico Âncora do Mar Folklore aus Portugal in Rheine. Stellt den Tanz und Gesang einer Fischerregion in Nordportugal da. Erfahren Sie hier mehr über Portugal.

Geschichte

Politik
Kultur

Die Portugiesische Republik (República Portuguesa) ist
ein Staat im Südwesten der iberischen Halbinsel. Er wird im Westen und Süden
vom Atlantischen Ozean, im Osten und Norden von Spanien begrenzt. Daneben
gehören zum portugiesischen Staatsgebiet die Inselgruppe der Azoren sowie
Madeira. Westlich der Hauptstadt Lissabon liegt Cabo da Roca, der
westlichste Punkt des europäischen Festlandes.
Der Name Portugal entstammt dem Namen der Siedlung Cale im Delta des Flusses
Rio Douro. Cale könnte ein griechisches Wort sein (Kalles = schön) und sich
auf die Schönheit der Natur im Norden des heutigen Portugal beziehen, das
die Griechen in der Antike kolonisierten. Andere Historiker meinen, dass
Cale phönizischen Ursprungs ist, da die Phönizier Portugal schon vor den
Griechen besiedelten. Als das heutige Portugal zum Römischen Imperium
gehörte, wurde Cale ein wichtiger Hafen, in Latein Portus Cale. Im
Mittelalter wurde Portus Cale zu Portucale, später Portugale, wobei dieses
Wort im 7. und 8. Jahrhundert nur die nördlichen Teile des Landes
bezeichnete, also die Region zwischen den Flüssen Rio Douro und Rio Minho.
Andererseits verkürzte sich der Name Portus Cale zu Porto, der
zweitwichtigsten Stadt, die sich deshalb voller Stolz als Namensgeber des
Landes bezeichn

Geschichte:

Frühgeschichte bis Antike

Die römische Provinz Lusitania im Südwesten der iberischen Halbinsel
Die Vor- und Frühgeschichte des Landes entspricht weitgehend der
Entwicklung in den anderen Regionen der Iberischen Halbinsel. Ab 2000
v. Chr. wandern die Iberer wahrscheinlich aus Nordafrika ein. Ab 1200
v. Chr. werden von den Phöniziern und ab 700 v. Chr. von den Griechen
Kolonien gegründet. Ab 600 v. Chr. wandern Kelten ein, die sich mit
den Iberern vermischen (sog. Keltiberer). Zu diesen gehört auch der
Stamm der Lusitaner, (Viriato ) der im Lateinischen namensgebend für
das Land werden soll.

Ab 450 v. Chr. wird das Gebiet von Karthago erobert und im Ergebnis des
Zweiten Punischen Krieges an Rom abgetreten. Von den Römern wird
es unter dem Namen Lusitania (Portugal) zum Teil als eigenständige
Provinz verwaltet. Die römische Herrschaft endet in der Völkerwanderungszeit,
Sueben (ab 409) und vor allem Westgoten (ab 416) gründen ihre Reiche
auf dem Gebiet des späteren Portugals.

Maurische Herrschaft bis Kolonialmacht Portugal
Im Jahre 711 erobern die Mauren das Land, Portugal wird Teil des Kalifats
von Córdoba, Herrschaft der Almoraviden. Von Asturien aus nimmt
der Gotenherzog Pelagius (Don Pelayo) im Jahre 722 die christliche Reconquista
auf, die Mauren werden bis 1492 sukzessive von der iberischen Halbinsel
vertrieben. Portugal wird als eigenständige Grafschaft bereits im
11. Jahrhundert gegründet ("Condado Portucalense", Grafschaft
von Portucale); diese fällt 1093 an Heinrich von Burgund, den Stammvater
der ersten portugiesischen Königsdynastie.

Unter Heinrichs Sohn und Nachfolger Alfons I. erlangt das Land 1143 seine
Unabhängigkeit, Alfons nimmt den Königstitel an. Die Burgunder
herrschen bis 1383 in Portugal, 1211 wird das erste Ständeparlament
(Cortes) einberufen, 1250 ist die Reconquista in Portugal mit der Eroberung
der Algarve abgeschlossen, 1256 wird die Hauptstadt nach Lissabon verlegt.

Die Festung von Guimarães, das Hauptsymbol für Portugals Unabhängigkeit.
(Quelle: IPPAR)
1383 stirbt das Haus Burgund in Portugal aus, ein nichtehelicher Abkömmling,
Johann von Avis ruft sich zum König aus, kann kastilische Ansprüche
auf den portugiesischen Thron in der Schlacht von Aljubarrota (1385) abwehren
und gründet die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis. Die
Avis-Könige (besonders unter Emanuel I. – er herrschte von 1495 bis
1521) führten das Land zu höchster Blüte, Portugal steigt
zur führenden Handels- und Seemacht auf, erwirbt Kolonien in Brasilien,
Afrika, Arabien, Indien und China, das Land ist Weltmacht und reichste
Nation Europas (siehe auch Heinrich der Seefahrer). Auch kulturell kommt
es zu einer Blütezeit (Luís de Camões).

1580 stirbt das Haus Avis aus, Portugal fällt aus dynastischen Gründen
an die Habsburgerherrscher Spaniens. Bis 1640 herrschen die Spanier, Portugal
verliert seine Unabhängigkeit, sinkt zur spanischen Provinz herab,
verliert Teile seines Kolonialreiches. 1640 führt der Herzog von
Braganza eine Adelsrevolte gegen die spanische Herrschaft an und ruft
sich als Johann IV. zum König aus. Er gründet die vorletzte
portugiesische Dynastie, das Haus Braganza. Außen- und wirtschaftspolitisch
gerät das Land in immer größere Abhängigkeit von
England (Methuenvertrag, 1703). 1755 vernichtet ein Erdbeben große
Teile der Hauptstadt Lissabon, der Marquês de Pombal baut die Stadt
wieder auf und formt das Land mit zum Teil drastischen Methoden zu einem
aufgeklärt absolutistischen Staat um. 1807 besetzen napoleonische
Truppen das Land, die königliche Familie flieht nach Brasilien. Nachdem
die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben wurden, kommt es zu liberalen
Revolution, das Land erhält zum ersten Mal in seiner Geschichte eine
Verfassung (1821). Der sich anschließende Kampf zwischen Anhängern
des Absolutismus und Befürwortern einer konstitutionellen Monarchie
wird erst durch den Sieg der letzteren im Miguelistenkrieg entschieden.
Am 7. September 1822 erlangt Brasilien unter Kaiser Peter I. seine Unabhängigkeit.

Endphase der Monarchie bis Estado Novo
Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wird von der Auseinandersetzung
zwischen Rechts- und Linksliberalen (Cartisten und Setembristen) geprägt.
1853 stirbt mit Königin Maria II. das Haus Braganza in direkter Linie
aus, über die Ehe der Königin mit Ferdinand II. von Sachsen-Coburg-Gotha
übernimmt der portugiesische Zweig dieses deutschen Adelshauses den
Thron (bis 1910). Die Endphase der Monarchie ist durch eine allgemeine
Schwäche des Landes, wirtschaftliche Probleme (Staatsbankrott 1891)
und zunehmende republikanische Aufstände geprägt. 1908 wird
der König (Karl I.) und der Thronfolger bei einem Attentat getötet,
1910 die Republik ausgerufen.

Im März 1916 tritt das Land auf Seiten der Entente in den Ersten
Weltkrieg ein. Portugal mobilisiert bis zu 100.000 Soldaten, von denen
ca. 7.000 bis zum Ende des Krieges fallen. Die sog. erste Republik (bis
1926) ist durch anarchisch chaotische Zustände gezeichnet, monarchistische
und kommunistische Aufstände, Putschversuche (u.a. des Sidónio
Pais, 1917), schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne parlamentarische
Mehrheit und eine allgemeine politische Instabilität kennzeichnen
die Situation.
1926 putscht das Militär und beendet die erste Republik. Unter den
Militärs steigt jedoch ein Zivilist, António de Oliveira Salazar,
ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zu höchster
Macht auf. Er gründet ab 1933 den "Estado Novo", den neuen
Staat, ein autoritäres Gebilde mit faschistischen Tendenzen, komplett
mit Einheitspartei (Nationale Union), Staatsjugend und Geheimpolizei (PIDE).
Im Zweiten Weltkrieg bleibt das Land neutral, erlaubt aber den Alliierten
die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren und tritt nach Ende
des Krieges der NATO bei. Ab 1960 beginnt der Kolonialkrieg, der besonders
in Afrika (Angola, Mosambik, Guinea-Bissau) mit großer Härte
geführt wird. 1968 muss Salazar wegen gesundheitlicher Probleme zurücktreten,
sein Nachfolger, Marcello Caetano, kann sich jedoch nicht zu grundlegenden
Reformen entschließen. Durch den Kolonialkrieg ist Portugal außenpolitisch
zunehmend isoliert, die Kosten des Krieges führen zu steigender Staatsverschuldung
und Inflation. Führende Militärs erkennen, dass der Kolonialkrieg
militärisch für Portugal nicht zu gewinnen ist; wegen der Unfähigkeit
der Regierung, eine politische Lösung des Problems zu finden, putschen
sie schließlich 1974. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung
mit der Diktatur, durch die einsetzende Wirtschaftskrise (hervorrgerufen
durch die erste Ölkrise 1973) noch verstärkt, führt dazu,
dass sich die Bevölkerung massenhaft mit den putschenden Offizieren
solidiarisiert, es kommt zu einer allgemeinen Volkserhebung, der Nelkenrevolution,
die den Estado Novo beendet. Die neuen Machthaber entlassen die portugiesischen
Kolonien in die Unabhängigkeit (1974/1975). Dies bedeutet das Ende
des jahrhundertealten portugiesischen Kolonialreiches.

Nelkenrevolution bis EU-Beitritt
Blick auf die Altstadt von Porto, Namensgeber von Portugal (Quelle: IPPAR)
Die erste Phase nach der Revolution ist geprägt von der Auseinandersetzung
zwischen einer eher konservativen Strömung (General Spínola)
und einem sozialistischen Flügel (Hauptmann Otelo), innerhalb des
MFA (Movimento das Forças Armadas – Bewegung der Streitkräfte),
der Vereinigung der putschenden Offizieren. Zunächst sah es so aus,
als wenn die sozialistische Strömung obsiegen würde, es kam
zu Verstaatlichungen und Landreform, die neue Verfassung von 1976 definiert
den Übergang zum Sozialismus als Staatsziel.

Als sich jedoch bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der neuen
Verfassung 1976 der gemäßigtere General Eanes überraschend
deutlich gegen Hauptmann Otelo durchsetzen kann, sind die Weichen für
eine Rückkehr des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie westeuropäischen
Zuschnitts gestellt. Eanes und der Vorsitzende der Sozialistischen Partei
Mário Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978 und 1983 bis 1985,
Staatspräsident von 1986 bis 1996) führen das Land schließlich
in die Europäische Gemeinschaft (Beitritt 1986).

Vom EU-Beitritt bis heute

1979 gewann zum ersten Mal seit der Nelkenrevolution wieder eine politische
Gruppierung, die rechts von der Mitte stand, die Parlamentswahlen (Regierungen
Francisco de Sá Carneiro und Francisco Pinto Balsemão),
die Regierung kann sich mit der sozialistischen Opposition auf eine Verfassungsänderung
einigen, durch die sozialistische Überreste, die nach der Nelkenrevolution
in die Verfassung geschrieben wurden, entfernt werden. Die 1982 in Kraft
getretene Verfassungsänderung eliminierte unter anderem den bis dahin
bedeutenden Revolutionsrat und schuf ein Verfassungsgericht nach dem Vorbild
anderer demokratischer Staaten. 1985 wird Aníbal Cavaco Silva Ministerpräsident,
seiner konservativen Partido Social Democrata (PSD) gelingt bei den Wahlen
1987 ein Erdrutschsieg, bei dem eine Partei zum ersten Mal eine absolute
Mehrheit erringen kann. Cavaco Silva bleibt bis 1995 Ministerpräsident,
wobei er eine neoliberale Wirtschaftspolitik führt und die Verstaatlichungen
aus der Zeit der Nelkenrevolution zurücknimmt. Von 1995 bis 2002
stellen die Sozialisten mit António Guterres wieder die Regierung.
Bei den Parlamentswahlen vom 17. März 2002 kommt es zu einem neuerlichen
Rechtsrutsch. Bei einer Wahlbeteiligung von 62,3 % erreicht die konservative
PSD unter José Manuel Durão Barroso eine relativen Stimmenmehrheit
von 40,1 %, gefolgt von der sozialistischen Partido Socialista und der
rechtskonservativen Volkspartei Partido Popular (PP) mit 37,9 bzw. 8.8
%. Mit letzterer bildet Barroso eine Koalitionsregierung, wobei der populistische
Vorsitzende der PP, Paulo Portas, das Amt des Verteidigungsministers übernimmt
und auch die Bereiche Justiz sowie Arbeit und Soziales an die PP gehen.
Die Sozialisten stellen allerdings ununterbrochen den Präsidenten
des Landes, da Nachfolger von Soares 1996 der Sozialist Jorge Sampaio
wird.

Im Jahr 2004 wird Barroso vom Europäischen Rat zum Nachfolger von
Romano Prodi als Präsident der Kommission der Europäischen Union
nominiert. Sein Nachfolger als Ministerpräsident wird Pedro Santana
Lopes, der aber nur kurze Zeit regieren kann, da der Präsident bereits
im November das Parlament vorzeitig auflöst und für Februar
2005 Neuwahlen ausschreibt, bei der die Partido Socialista zum ersten
Mal in der Geschichte eine absolute Mehrheit erringt. Ihr Spitzenkandidat
José Sócrates ist seit 12. März 2005 neuer Ministerpräsident.

Politisches System
Seit der Nelkenrevolution des Jahres 1974 hat Portugal sich zu einer stabilen
parlamentarischen Demokratie entwickelt. Die vier wichtigsten Organe der
Politik in Portugal sind der Präsident, der Premierminister und sein
Ministerrat, das Parlament sowie die Justiz.
Der Präsident, der alle fünf Jahre direkt in allgemeinen Wahlen
bestimmt wird, ist auch Oberkommandierender der Streitkräfte. Er
ernennt einen Premierminister und den Ministerrat, wobei er sich am Ergebnis
der Parlamentswahlen zu orientieren hat. Der Staatsrat ist ein Gremium,
das den Präsidenten berät, und besteht aus dem Staatspräsidenten
und allen seinen Vorgängern, dem Premierminister, dem Präsidenten
des Verfassungsgerichtes, dem Bürgerbeauftragten, den regionalen
Präsidenten (Madeira und Azoren) sowie fünf vom Staatspräsidenten
und fünf vom Parlament ausgewählten Personen.

Die Regierung wird vom Premierminister angeführt, der sich einen
Ministerrat zusammenstellt. Jede neue Regierung muss dem Parlament ein
Programm vorlegen, über welches debattiert wird. Sofern es nicht
abgelehnt wird, bedeutet dies, dass die Regierung vom Parlament akzeptiert
ist.
Das Parlament wird als Assembleia da República (Versammlung der
Republik) bezeichnet und besteht aus einer Kammer mit bis zu 230 Abgeordneten.
Die Abgeordneten werden für vier Jahre gewählt, wobei das Verhältniswahlrecht
zur Anwendung kommt. Der Präsident hat das Recht, das Parlament aufzulösen
und Neuwahlen anzusetzen.
Das Oberste Gericht ist die höchste Instanz der portugiesischen Justiz,
wobei es spezielle Oberste Gerichte für militärische, verwaltungsrechtliche
und steuerrechtliche Fragen gibt. Das Verfassungsgericht Portugals hat
neun Mitglieder und überwacht die verfassungsgemäße Auslegung
des Rechts.

Es gibt zwei große Parteien, die sozialdemokratisch orientierte
Sozialistische Partei (PS) und die bürgerlich-konservativ orientierte
Sozialdemokratischen Partei (PSD). Daneben gibt es auf der rechten Seite
noch die rechtspopulistische Volkspartei (CDS/PP) und auf der linken Seite
die traditionsreiche Kommuniste Partei (PCP) und der vor wenigen Jahren
als Sammelbecken der intellektuellen Linken gegründete Linksblock
(Bloco de Esquerda, BE). Diese fünf Parteien sind zur Zeit alle im
Parlament vertreten. Die Grünen (Partido Ecologista “os Verdes”,
PEV) treten in Portugal immer in Listenunion mit den Kommunisten an und
bekommen darüber normalerweise ein Parlamentsmandat.
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Politik


Internationale Beziehungen

Portugal ist Mitglied der Europäischen Union und hatte den Ratsvorsitz
im ersten Halbjahr 2000 inne. In dieser Zeit verfolgte Portugal vor allem
das Ziel, den Dialog mit Afrika zu forcieren und Impulse zur Stärkung
der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu geben.
Portugal war Gründungsmitglied der NATO und beteiligt sich mit Truppen
an der Friedenssicherung auf dem Balkan. Zusammen mit Spanien ist Portugal
an den Ibero-Amerikanischen Gipfeltreffen beteiligt, deren Ziel der Dialog
v.a. mit den Ländern Lateinamerikas ist. Federführend war das
Land auch an der Gründung der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen
Länder (CPLP) beteiligt, mit dem Ziel, die Zusammenarbeit dieser
Länder zu vertiefen. Portugal unterstützte Timor-Leste, eine
frühere Kolonie, in seinem Unabhängigkeitskampf finanziell und
militärisch und kooperiert jetzt in diesem jungen Staat mit asiatischen
Ländern, den Vereinigten Staaten sowie der UNO.

Portugal hat einen Territorialstreit mit Spanien um Olivenza (bzw. Olivença),
welches zu Spanien gehört, jedoch von Portugal beansprucht wird.
Olivença ist seit 1801 unter spanischer Verwaltung, jedoch hat
sich Spanien auf dem Wiener Kongress von 1815 bereiterklärt, das
Gebiet an Portugal zurückzugeben. Dies ist bis heute nicht geschehen,
und Portugal verlangt regelmäßig, dass die Rückgabe vollzogen
wird.

Administrative Gliederung

Das relativ kleine Portugal hat eine sehr komplexe Verwaltungsgliederung.
Es gibt fünf Regionen, 18 Distrikte und zwei autonome Regionen, daneben
existieren 28 so genannte statistische Unterregionen. Eine Ebene darunter
folgen etwa 300 Kreise und 4200 Gemeinden. Diese Gliederung ist eher ineffizient
und teuer, weshalb eine Reform in Arbeit ist, die die Distrikte abschaffen
und Kompetenzen dezentralisieren soll.
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Kultur
Portugal wird manchmal auch als Land der Poeten bezeichnet. In der portugiesischen
Literatur hatte die Poesie immer einen stärkeren Einfluss als die
Prosa. Im Mittelalter, als die portugiesische Nation entstand, war im
Nordwesten der iberischen Halbinsel die Poesie sehr verbreitet und brachte
exzellente epische wie lyrische Werke hervor. Während die bekanntesten
klassischen Poeten Luís de Camões und Fernando Pessoa sind,
so gibt es eine Reihe weiterer, weniger bekannter Künstler, die auf
die moderne portugiesische Literatur jedenfalls auch bedeutenden Einfluss
haben.

Die Prosa entwickelte sich später als die Poesie und prägte
sich erst im 14. Jahrhundert in der Form von Chroniken oder der Beschreibung
des Lebens von Heiligen heraus. Hier ist Fernão Lopes der berühmteste
Vertreter; er verfasste eine Chronik der Regentschaften von drei Königen
seiner Zeit. Für ihn waren Genauigkeit der Darstellung sowie eine
lebhafte Schilderung am wichtigsten. International jedoch ist die portugiesische
moderne Literatur am meisten bekannt, besonders mit den Werken von José
Maria Eça de Queiroz und dem Nobelpreisträger für Literatur
1998, José Saramago.

Religion
Etwa 97% der Portugiesen sind römisch-katholischen Glaubens, wobei
jedoch in Portugal Glaubensfreiheit herrscht. Der Wallfahrtsort Fátima
liegt in Portugal und ist der Mutter Jesu, Maria, gewidmet. Maria wird
von den Portugiesen sehr verehrt, fast wie eine Göttin, was für
manche ein Hinweis darauf ist, dass die Vorfahren der Portugiesen vor
der Christianisierung vorrangig weibliche Gottheiten anbeteten.

Gastronomie

Die portugiesische Küche ist sehr mannigfaltig, weil die Portugiesen
viele Dinge in ihre Kochtraditionen aufnahmen, die sie auf ihren Entdeckungsfahrten
kennenlernten. In jeder Region Portugals gibt es eigene Spezialitäten,
mit verschiedenen Fleisch- und Fischsorten oder Meeresfrüchten. Das
Nationalgericht ist Stockfisch (Bacalhau), von dem es 365 verschiedene
Zubereitungsarten geben soll. Auch für seinen Wein ist Portugal bekannt,
schon seit der Römerzeit wird Portugal mit Gott des Weines und der
Feste, Bacchus, assoziiert. Auch heute gehören einige von Portugals
Weinen zu den besten der Welt, bekannt ist vor allem der süße
Portwein.

Musik
Die wichtigste Musikform Portugals ist der Fado, der sehr melancholisch
sein kann und deshalb teilweise für das Klischee der melancholischen
Portugiesen (gegenüber den temperamentvollen Spaniern) verantwortlich
ist. Diese Musik geht eng einher mit saudade (etwa: Sehnsucht), und ist
wahrscheinlich durch die Vermischung der Lieder von portugiesischen Seefahrern
mit den Rhythmen afrikanischer Sklaven entstanden. Hierbei unterscheidet
man zwei Stilformen, nämlich den Fado von Lissabon und jenen von
Coimbra. Amália Rodrigues war die bedeutendste Fado-Künstlerin,
nach ihrem Tod sind mehrere neue Künstler aus ihrem Schatten getreten
und bringen neue Formen des Fado hervor, die teilweise nur noch die saudade
mit dem ursprünglichen Fado gemein haben. In den früheren Kolonien
Portugals hat sich der Fado ebenfalls verbreitet und sich zur kap-verdischen
Morna einer Cesária Évora und zum brasilianischen Choro
weiterentwickelt.

Aus der Zeit des faschistischen Estado Novo unter Salazar stammt eine
Liedermachertradition. Bekannteste Vertreter dieser Protestbewegung sind
José Afonso (häufig Zeca genannt) und Sérgio Godinho.
Von José Afonso stammt die Interpretation des Liedes Grândola,
Vila Morena, welches das Startzeichen zur Nelkenrevolution gab.
Im Popmusik-Genre hat sich in Portugal der Hip Hop Tuga entwickelt, der
eine an Portugal adaptierte Version des Hip Hop ist und unter den Jugendlichen
sehr populär ist.
Jede Region Portugals besitzt ihren eigenen Folklorestil (Ranchos Folclóricos).
Die portugiesische Musik- und Tanztradition hat sich in Brasilien mit
den Traditionen der Sklaven aus dem heutigen Angola zur Samba gemischt
und ist auch in Portugal sehr populär. Unter angolanischen Einwanderern
ist auch Kuduro, eine Art harter, sehr sinnlicher Samba mit schnellem
Rhythmus, sehr beliebt, Kizomba ist ein ähnlicher Tanzrhythmus mit
etwas weniger Popularität.

Volksfeste
Im Juni finden in ganz Portugal Feste zu Ehren der drei Volksheiligen
(Santos Populares) statt. Diese drei Heiligen sind Antonius, Johannes
und Petrus. Gefeiert wird mit Wein, água-pé (Most), traditionellem
Brot mit Sardinen, Straßenumzügen und -Tänzen, Hochzeiten,
Feuer und Feuerwerk sowie viel guter Laune.
Santo António wird in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni gefeiert,
vor allem in Lissabon (wo dieser Heilige geboren wurde und lebte), wo
eine Art Straßenkarneval (Marchas Populares) stattfindet. Es finden
auch Hochzeiten, die Casamentos de Santo António statt. Der populärste
Heilige ist São João (hl. Johannes), für den am Johannistag
vor allem in Porto und Braga gefeiert wird, wobei es Sardinen und Caldo
Verde (eine traditionelle Suppe) gibt und man sich mit Plastikhämmern
gegenseitig auf den Kopf schlägt, was Glück bringen soll. Zu
Ehren von São Pedro wird am 28. und 29. Juni gefeiert, besonders
in Póvoa de Varzim und Barcelos, wobei diese Feste dem Meer gewidmet
sind und man verwendet dabei viel Feuer (fogeiras) und wiederum findet
eine Art Straßenkarneval statt.

Sport
Fußball ist der bekannteste, beliebteste und am meisten ausgeübte
Sport in Portugal. Der portugiesische Fußball hat Weltklassespieler
wie Eusébio, Manuel Rui Costa oder Luís Figo hervorgebracht.
Im Jahr 2004 wurde die Fußball-Europameisterschaft in Portugal ausgetragen.
Neben Fußball sind portugiesische Sportler international im Marathon,
Beachvolleyball und Rollhockey erfolgreich.

Es gibt in Portugal noch eine traditionelle Sportart mit dem Namen Jogo
do pau (Stockspiel), der ein Selbstverteidungssport ist und einfache Holzstöcke
als Kampfwaffe benutzt. Dieser Sport stammt aus dem Mittelalter, wird
aber heute auch noch ausgeübt; die Stöcke, die heutzutage verwendet
werden, sind 60 bis 80 Zentimeter lang, also viel kürzer als in der
Originalversion.
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